6.Enfield Mauser Trophy        

01.07.2001, Mandalay 6 (Sennelager)   Eindrücke 1   Eindrücke 2   Sieger   Download
von Klaus Müller und Dietmar Hönersch

Die seit sechs Jahren einmal pro Jahr im Sennelager stattfindende Enfield-Mauser Trophy zählt zu einem der Saisonhöhepunkte für die Dienstgewehrschützen des Bundes der Militär- und Polizeischützen e.V..

Bei dieser Veranstaltung werden nicht wie sonst üblich alle Dienstgewehre in einer Klasse geschossen sondern es werden drei eigenständige Klassen gewertet. Dadurch hat man die Möglichkeit geschaffen einmal die Leistungsfähigkeit der einzelnen Dienstgewehre miteinander zu vergleichen und eventuell bestehende Nachteile der einzelnen Waffen treten nicht so in Erscheinung, denn jeder muss mit den gleichen Vor- und Nachteilen der einzelnen Waffen leben, da es zum Beispiel nicht für alle Waffen zugelassene Feinvisiere gibt.

In der Enfield-Klasse sind alle Enfield Gewehre zugelassen. Hier findet man überwiegend Enfield No. 4 Modelle. Jedoch auch Enfield No. 1 sowie die Lee-Enfield-Repetierer Patter 14 und Pattern 17 dürfen hier geschossen werden.
Die ab Werk bereits mit einem Spindeldiopter ausgestatteten No. 4 Modelle die diese Klasse dominieren bieten mit Sicherheit von der Visierung her die besten Voraussetzungen, da diese Waffen mit sehr genau justierbaren Seitenverstellungen nachgerüstet werden dürfen. In Verbindung mit den ebenfalls zugelassenen 6-Loch Einsätzen kann man hier schon fast von einem Matchdiopter sprechen. Dies sind ideale Voraussetzungen für die Jagd auf hohe Ringzahlen, wenn nicht die Nachteile wie zum Beispiel die nicht gerade Präzisionsfördernde Verriegelung der Verschlüsse, die nicht wie sonst üblich vorne sondern hinten verriegeln sowie das plötzliche Auswandern der Schussgruppen nach oben bei heißgeschossenen Läufen sowie die von Haus aus nicht gerade als Präzisionswunder bekannte Patrone 303 Britisch.

In der Schwedenmauser-Klasse sind wie es der Name schon sagt alle sogenannten Schwedenmauser zugelassen. Diese Gewehre kann man wohl auch dank der Patrone 6,5 x 55 zu den präzisesten Ordonanzgewehren zählen, die sich auch durch einen moderaten Rückschlag auszeichnen. Auch für diese Modelle gibt es zugelassene Feinvisiere, die eine genaue Höhen und Seitenkorrektur zulassen. Als Nachteil könnte man hier lediglich bei heißen Witterungsbedingungen das Laufflimmern durch den nach oben nicht mit einem Handschutz ausgestatten Waffen sprechen.

In der Mauser-Klasse sind alle Gewehre mit Mauser 98'er Systemen zugelassen. Diese Klasse kann man ohne weiteres als die Klasse für Puristen bezeichnen.
Für die Waffen gibt es keine zugelassenen Feinvisiere und außer geringfügigem Feintuning beim überarbeiten der Abzüge, der Bettung der Systeme oder Freistechen der Läufe hat man keine Möglichkeiten. Hinzu kommt, dass man die meisten Kaliber wie zum Beispiel 8x57 oder 7,65 Arg. nicht gerade als moderat beim Rückstoßverhalten bezeichnen kann.
In dieser Klasse hat man jedoch auch einmal die Möglichkeit eine Waffe zu benutzen, die man sonst bei einem Dienstgewehrschiessen nicht einsetzen würde und für die Anhänger von verstellbaren Feinvisiersätzen stellt es einmal eine besondere Herausforderung dar, wenn man auf Veränderungen der Trefferlage nicht durch ein Verstellen des Visiers, sondern durch Verlagerung des Haltepunktes reagieren muss.

An der diesjährigen Veranstaltung, am Sonntag den 1. Juli 2001, nahmen bei bestem Sommerwetter 102 Schützen und Schützinnen teil, die fast alle in den drei einzelnen Klassen starteten, so dass ca. 300 Einzel- sowie 58 Mannschaftsstarts zu verbuchen waren.
Die als eintägige Veranstaltung in der Jahresplanung des BDMP vorgesehene Enfield-Mauser Trophy hatte trotz der zur Verfügung stehenden fünfzehn 300m Bahnen auf Mandalay 6 damit in diesem Jahr ihre Kapazitätsgrenze erreicht.
Da seitens der britischen Range-Control auch noch die Einhaltung einer Mittagspause von 45 Minuten vorgeschrieben wurde, was effektiv einen Verlust von 1 Stunde bedeutete, konnte das Schiessen nur nach im Zeitrahmen gehalten werden, da die Schützen zum Teil ihre zur Verfügung stehenden 20 Minuten nicht ausnutzten und die Wechselzeiten sehr kurz gehalten werden konnten. Dies wurde auch noch durch die hervorragende Arbeit der Wettkampfleitung und der Aufsichten unterstützt, die dafür sorgten, dass auch kurzfristig freigewordene Bahnen sofort mit anderen Schützen belegt wurden.

Nachdem das Endergebnis feststand und man die einzelnen Klassen betrachtete kristallisierte sich heraus, dass die Ringzahlen in der Enfield- und der Schwedenmauser-Klasse in etwa auf einem Niveau lagen.
Die Ringzahlen in der Mauserklasse waren im Schnitt deutlich niedriger, wobei man jedoch sagen muss, dass die Spitzenschützen in allen drei Klassen vergleichbare Ergebnisse schossen.

Der Gesamtsieg der Enfield-Mauser Trophy ging in diesem Jahr an Klaus Müller mit 395 Ringen, gefolgt von Dietmar Schimmel 394 Ringe und Günter Rokitta 386 Ringe. In der Mannschaftswertung siegte die SLG Gütersloh (1116) vor der SLG Arnsberg (1095) und der SLG Pohlheim (1076).

Die Enfield-Klasse gewann Peter Dörrer (137Ringe) vor Klaus Müller (136 Ringe) und Volker Ernst Frank (134 Ringe). Die Mannschaftswertung ging an SLG Pohlheim (398) vor der SLG Bad Gandersheim (393) Und der SLG GK Sportschützen Wewer (387)

Den 1. Platz in der Schweden-Klasse sicherte sich Frank Heymel (135 Ringe) vor Jürgen Schauerte (134 Ringe) und Wolfgang Düsterhus (133 Ringe). Die Mannschaftswertung gewann die SLG Gütersloh (384) vor der SLG Arnsberg (381) und der SLG Pohlheim (378).

Der 1. Platz in der Mauser-Klasse wurde von Dietmar Schimmel (135 Ringe) belegt, gefolgt von dem Zweitplacierten Paul Eggemann (131 Ringe) und dem Dritten Günter Rokitta (129 Ringe). Der 1. Platz in der Mannschaftswertung ging an die SLG Gütersloh (351), den 2. Platz belegte die SLG PSV Herford (345) und den 3. Platz sicherte sich die Mannschaft der SLG Arnsberg (338).