Und es gab sie doch! DM BDMP Praktische Flinte

Neuer Deutscher Rekord in SF 1 bei der DM   Bilder     Ergebnisse und Bilder
von G.Spahlholz

Nach einigem Hin und Her im Vorfeld und sogar der forschen Behauptung, dass es die Deutsche Meisterschaft Flinte in 2001 nicht geben würde, bewies das Präsidium des BDMP, dass es um die Sache und nicht um einzelne Personen geht und richtete die Deutsche Meisterschaft Flinte auf dem BDMP-eigenen Platz in Trügleben aus.

Es ist ja bekannt, dass der ursprüngliche Termin auf dem Stand der DEVA in Berlin durch andere genutzt wurde. Was weniger bekannt sein dürfte, ist, dass das Präsidium des BDMP die dortige Veranstaltung legitimiert hat, um Schaden von den Schützen zu wenden, die sonst aufgrund fehlerhafter Informationen womöglich nicht hinreichend versichert an einem Wettkampf teilgenommen hätten.

Aber nun genug über die Vorgeschichte. Der Bundessportleiter ,Lothar Temme, beauftragte den Vizepräsidenten und Landesverbandsleiter von Baden-Württemberg, Volker Werner, mit der Vorbereitung und Durchführung der DM BDMP Praktische Flinte. Die Baden-Württemberger bewiesen, dass diese Aufgabe für sie kein Problem dargestellt hat.

Die Sportschützen nahmen das Angebot natürlich gern an und meldeten sich zur Meisterschaft.

Für etwas Verwirrung sorgte bei den Durchführenden, dass Schützen über Probleme bei der Anmeldung berichteten. So hätten einzelne Funktioner sie aufgefordert, andere Veranstaltungen zu besuchen und die Deutsche Meisterschaft zu boykottieren. Wenn sich das bestätigt, wird das Präsidium natürlich handeln müssen! Etwas Unsportlicheres ist kaum vorstellbar.

Zum Glück ließen sich die Betreffenden nicht beeinflussen und meldeten sich direkt an.

Aber nun kommen wir zu Erfreulicherem. Nachdem die Anfangshürden genommen waren und sich das Wetter am Wettkampftag "wie befohlen" von seiner sonnigsten Seite zeigte, begann am Samstag der eigentliche Wettkampf.

Über zwei Tage maßen sich die Sportschützen in ihren Disziplinen. Einhellig bestätigten die Schützen die guten Möglichkeiten auf unserem Schießstand Krahnberg und die kameradschaftliche und freundliche Betreuung durch die Funktioner.

Wenn man den Schützen glauben darf, und das taten die Veranstalter natürlich gerne, hatten die Schützen das Gefühl, bei einer einträchtigen und kameradschaftlich verlaufenden Flintenveranstaltung dabei gewesen zu sein, wobei sie natürlich feststellen mussten, dass das Regelwerk in angemessener Strenge zur Anwendung kam (Abzüge lassen grüßen).

Ebenfalls überrascht zeigten sich die Schützen, dass Nachfragen zu Ergebnissen und Klassifizierungen ruhig, sachlich und dennoch freundlich geklärt wurden.

Besonders freuten sich die Teilnehmer über die regelmäßig im Schaukasten ausgehängten Zwischenergebnislisten, die dann bereits am selben Abend, komplettiert mit ein paar Situationsfotos, im Internet angesehen werden konnten. Diese Dienstleistung, nämlich Anmeldung und Auswertung, hatten Hannelore Werner und Ursula Spahlholz übernommen, die beide aufgrund ihrer ehrenamtlichen Tätigkeiten in den Landesverbänden eine jahrelange Erfahrung mit der Computerauswertung vorweisen und auch diese Aufgabe sehr gut im Griff hatten.

Für die Internetpräsentation war natürlich der Webmaster Friedrich Storrer anwesend und zuständig, der die Zwischenergebnisse und später die Ergebnisse sowie Fotoserien sehr zeitnah auf die BDMP-Seite im Internet einstellte.

Der zweite Tag verlief in gleicher Harmonie wie der erste, wobei die Schützen parallel zu der Veranstaltung die eine oder andere Chance nutzten, um mit den "Häuptlingen" zu sprechen. Waren doch der Vizepräsident Volker Werner als verantwortlich Leitender als RO auf Stand 4 und der Vizepräsident Gerd Spahlholz als Helfer auf dem RF 2 Stand die gesamte Zeit anwesend, als am Sonntag Mittag der Präsident des BDMP, Dr. Volkmar Schilling, zur Verstärkung kam. Die Schützen konnten hier feststellen, dass man auf konkrete Fragen auch konkrete Antworten erhält, was sie während der Wettkampfpausen auch reichlich nutzten. So konnten einige Unklarheiten aufgeklärt, Informationen richtig gestellt und Diskussionen über dieses und jenes geführt werden.

Zu den Leistungen ist auch einiges zu sagen, so z. B, dass, wer nicht startet auch nicht Meister werden kann, es freuen sich dann eben andere. Was aber bei der Leistungsstärke der Schützen eigentlich gar keine Rolle spielt, wenn man bedenkt, dass hier wieder einmal ein Deutscher Rekord aufgestellt worden ist, in diesem Fall durch Oliver Bathe (Niedersachsen) in der Disziplin SF 1 mit einem Hitfaktor von 30,49, und dass bei den danach rangierenden Schützen zehn einen Hitfaktor von über 20 erreichten und bei RF 1 sechs Schützen ebenfalls einen Hitfaktor über 20 erreichten.

In der Disziplin RF 2, die im übrigen erstmalig als Deutsche Meisterschaft angeboten und durchgeführt wurde, starteten 38 Teilnehmer, wobei Marco Freymann eine Zeit von 10,68 Sekunden vorlegte, gefolgt von dem neuen Rekordhalter Oliver Bathe mit 11,04 Sekunden. den dritten Platz belegte Hendrik Nusche mit 11,45 Sekunden.

Nebenbei erwähnt sei auch, dass die beiden Vizepräsidenten jeweils in einer Disziplin gestartet sind. Dabei belegte der gesamtleitende Volker Werner (SLG Schwaben-Team) in der Disziplin RF 1 den 53. Platz und der Vizepräsident Gerd Spahlholz (US-SLG Knesebeck) in der Disziplin RF 2 den 28. Platz. Allerdings trennten Letzteren von den Spitzenschützen mit seinen 22,92 Sekunden Welten.

Gemäß den erzielten Ergebnissen schlugen die Niedersachsen derbe zu und holten sich beide Mannschafts- und zwei Einzelsiege sowie weitere Platzierungen in den oberen Rängen. Und für die, die es noch nicht wissen sollten: Überraschend kamen die Ergebnisse nicht, denn handelt es sich doch bei der Mannschaft Hannover-Mitte um das "Brenneke-Team", das einzige Firmenteam in dieser Disziplin.

Die Sponsoren dieses Teams hatten aber auch ein Herz für die anderen Schützen, und wie der Präsident Dr. Volkmar Schilling erwähnte, hat es sich Dr. Mank nicht nehmen lassen und durch das Team eine ansehnliche Menge an Flintenmunition mitbringen lassen, die dann als Preise zur Verfügung standen.

Natürlich handelte es sich um K.O.-Munition der Firma Brenneke, die nur für Schützen zur Verfügung standen, die nicht zum Team gehörten.

Die Endlisten wurden ca. 10 Minuten, nachdem die letzten Ergebnisse zur Auswertung abgegeben wurden, ausgehängt und die Einspruchsfrist lief an.

Nachdem noch zwei Korrekturen, so z. B. eine falsche Klassifizierung, eingearbeitet waren, konnte die Einspruchsfrist ohne Proteste verstreichen und der Leitende, VP Volker Werner mit der Siegerehrung beginnen.

Er dankte allen RO's, allen Helfern, dem Landesreferenten Flinte von Thüringen, Thomas Hertel sowie der SLG Trügleben unter der Leitung von Bernd Hellmund, die die technische Vor- und Nachbereitung und die Betreuung während des ganzen Wettkampfs mit viel Akribie erledigten, sowie dem Landesreferenten Niedersachsen Bremen, Heiner Baumann und dem Landesreferenten von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Dreier, welche beide Tage als RO's auf den Ständen zur Verfügung standen und der Familie Hellmund, die für das leibliche Wohl der Schützen gesorgt hatten.. Sein besonderer Dank galt den erschienenen Schützen, die sich während dieser Deutschen Meisterschaft diszipliniert und leistungsstark im sportlichen Wettkampf gemessen haben.

Bevor die eigentliche Siegerehrung begann, war es dem Leitenden der DM eine besondere Freude, den beiden Schützinnen an der DM, Frau Claudia Schwarz, von der SLG PPLC Friedrichshafen und Frau Astrid Schulz von der SLG Niederrhein, mit einem Präsentkorb zu ehren.

Danach übergab er das Wort an den Präsidenten des BDMP e.V., Dr. Volkmar Schilling. Nach der Begrüßung der Anwesenden durch ihn und einer Gedenkminute für die Opfer des Terroranschlages in New York, war es ihm ein besonderes Anliegen, kurz auf die eingangs erwähnten Querelen einzugehen, und er stellte klar, dass der Sport an erster Stelle stände und dass es demnächst eine Regelung seitens des Präsidiums bei der Neubesetzung auf dem Posten des Bundesflintenreferenten geben wird. Hierbei soll die persönliche und fachliche Eignung im Vordergrund stehen. Er erwartet, dass es damit auch in dieser Disziplin vorangeht.

Danach konnte er zu Erfreulicherem übergehen. Er verwies kurz darauf, dass es die erste Deutsche Meisterschaft auf dem BDMP eigenen Stand Krahnberg/Trügleben war und nunmehr der Ausbau unserer eigenen Anlage Krahnberg, die ja das Zentrum der Dachverbandsveranstaltungen werden soll, beginnen kann.

Dann kam Dr. Volkmar Schilling zu dem eigentlichen Anliegen der Veranstaltung, nämlich der Siegerehrung der Schützen, die er gemeinsam mit dem Leitenden Volker Werner, der für den erkrankten BSpLtr., Lothar Temme, kurzfristig diese Funktion übernommen hatte und dem Match-Direktor, dem Landesreferenten Baden-Württemberg, Ralph Reinke ,vornahm.

Die Ehrung in der Disziplin RF 1 nahm als Deutscher Meister Thomas Streit (SLG Hannover-Mitte) als Expert mit dem Hitfaktor 22,21 entgegen. Ihm folgte Willy Vogel (SLG PPLC Friedrichshafen), HF 21,26, und auf den dritten Platz ordnete sich Harald Piecha (SLG Hannover-Mitte), HF 20.60, ein.

Bei den Sharpshootern setzte sich Matthias Schwindt (SLG Desert Eagle Club Franken e.V.), HF 20,73, vor Oliver Bathe (SLG Hannover-Mitte), HF 20,38, und vor Robert Berndt (SLG PPLC Friedrichshafen), HF 19,09, durch.

Bei den Marksman gewann Rüdiger Giermann (SLG Hannover-Mitte), HF 20,17, Zweiter wurde Thomas Kahnert (SLG Shooting Gun Club Mainz e.V.), HF 19,10, und den dritten Platz belegte Thomas Hertel (SLG Waltershausen), HF 16,42.

Bei der Disziplin SF 1 in der Klasse Master siegte mit dem neuen Deutschen Rekord HF 30,49 Oliver Bathe (SLG Hannover-Mitte), der auch Sieger über alles wurde.

Bei den Expert setzte sich wiederum Thomas Streit (SLG Hannover-Mitte) an die Spitze mit einem HF von 25,47 durch. Auch hier folgte ihm Willy Vogel (SLG PPLC Friedrichshafen) mit HF 24,41, und den 3. Platz belegte Jürgen Birthelmer (SLG Linden) mit einem HF von 24,30.

In der Klasse Sharpshooter siegte Mirko Jahn (SLG Praktische Flinte Sachsen) mit HF 21,97. Ihm folgte Jörg Kunze (Einzelmitglied) mit dem HF 21,29 und den dritten Platz belegte Marcel Donsch (SLG Berliner Schützen) HF 18,61.

Matthias Schwindt (Desert Eagle Club Franken e.V.), der in der Disziplin SF 1 als Marksman startete, setzte sich hier mit einem HF von 21,05 durch. Den zweiten Platz errang Rüdiger Giermann (SLG Hannover Mitte) mit dem HF 20,43. Auf Platz drei kam Wolfgang Ralf Lepschies (SLG Niederrhein) mit dem HF 20,02.

Letztendlich wurde auch noch der Deutsche Meister in der Disziplin RF 2, Marco Freymann (Einzelmitglied), mit einem HF von 10.68 gekürt. Vizemeister wurde Oliver Bathe (SLG Hannover-Mitte) mit einem HF 11,04, und den dritten Platz belegte Hendrik Nusche (Einzelmitglied) mit einem HF 11,45.

Ihnen allen wurden durch den Präsidenten , dem Leitenden Volker Werner und dem Match Direktor Ralph Reinke, die Siegerpräsente überreicht.

Unerwähnt sollte auch nicht bleiben, das jeder teilnehmende Schütze mit seinen Anmeldungsunterlagen eine Erinnerungsmedaille sowie einen großen und kleinen Aufkleber erhielt.

Danach unterstützte das Brenneke-Team den Leitenden bei der Verteilung der durch die Fa. Brenneke gesponserte Munition, die an die Schützen entsprechend der Rangfolge, erfolgte.

Mit einem nochmaligen Dank an alle schloss der Präsident Dr. Volkmar Schilling die Veranstaltung und wünschte allen eine gute Heimfahrt und dass man sich bald auf anderen sportlichen Veranstaltungen wiedersehen möge.

Bei immer noch bestem Wetter wurde alsdann von den noch immer recht zahlreich anwesenden Schützen der teilweise recht lange Heimweg angetreten.

P.S. Eine im Nachhinein verbreitete "Beschwerde" über Probleme mit der Sonneneinstrahlung klärte sich recht schnell als zu schwache Batterie auf.