PPC Revolver, Fa. Zink


Kurzvorstellung eines neuen Matchrevolvers für die 1500

Die 1500 boomt nach wie vor. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass nach wie vor neue, speziell auf diese Disziplin ausgerichtete Waffen auf den Markt kommen.

Diesmal ist es eine Schöpfung des oberbayerischen Büchsenmachers Günther Zink, der sich an einer solchen Waffe messen lassen möchte. Denn eines ist klar: eine PPC-Waffe zu bauen bedeutet mehr, als nur einen dicken Lauf rein zu schrauben. Ich möchte die zum Test übersandte Waffe vorstellen und meinen "Senf" dazu geben. Allerdings baut Zink die Waffe je nach Kundenwunsch auch mit anderer Ausstattung.

Als Basismodell diente auch hier, wie üblich, ein S&W (Modell 64, K-Rahmen). Allerdings ging Günther Zink bei den Zutaten etwas andere Wege: Er verwendet als Schiene die Aristocrat "thumb operated", bei der die Einstellung der jeweiligen Distanz über eine Rändelschraube auf der rechten Seite, im Bereich der Kimme, erfolgt. Auch hat diese Schiene nicht so ausgeprägte Kornschutzbacken, wie das meist verwendete "custom-modell", bei dem die Entfernungseinstellung mittels eines Schiebers im Bereich des Kornes verstellt wird. Nun, es ist Geschmackssache, welcher Schiene man den Vorzug gibt. Eleganter sieht die hier verwendete aus. Allerdings ist manchmal schwer zu erkennen, welche Position gerade eingestellt ist und sie ist recht schwergängig, gerade wenn man vom Wettkampfstress etwas rutschige Finger hat. Aber auch die meist verwendete Schiene mit Schiebeknubbel hat ihren Nachteil: so manches mal wurde er beim Ziehen unabsichtlich verstellt.

Der Polygonlauf stammt von der Fa. Lothar Walter. Polygonläufe verbreiten sich in der Szene immer mehr, weil sie einfach leichter erhältlich sind als die klassischen acht oder zehnfeldrigen amerikanischen Matchläufe, z.B. von Shilen. Polygonläufe haben auch längst bewiesen, dass sie in punkto Präzision gut mit den herkömmlichen Züge-Felder Läufen mithalten können. Allerdings brauchen sie in der Regel einen Tick mehr pow(d)er, um auf vergleichbare Wir testeten mit 2,4grs. N 310 hinter Precision Delta .38-148grs. HBWC, VMT .38-148 HBWC und .38-145grs HBWC von H&N. Die beste Treffergruppe erbrachte Precision Delta mit einem Wert von 53 mm / Testdistanz 55 Meter. Damit hielt die Waffe die Innenzehn der "1500-Scheibe". Was will man mehr? Allerdings wurde manche Traumgruppe im Bereich von 35mm durch einen Ausreisser "versaut". Die Ursache dafür haben wir nicht gefunden. Durch sorgfältiges Ausprobieren lassen sich vermutlich noch wesentlich bessere Ergebnisse erzielen. Allerdings fielen die Ergebnisse bei unseren Test mit 2,3 grs. N 310 total in den Keller. Dies bestätigt einmal mehr, dass es Polygonläufe allgemein ein bisschen schneller mögen. Auf Kundenwunsch setzt Günther Zink aber auch den altbewährten Shilen-Lauf ein.

Ein Knackpunkt jedes PPC Revolvers ist der Abzug. Selten war der saubere "double action" so "wertvoll wie heute". Die meisten PPC Schützen stellen bereits nach kurzer Zeit fest, dass sie auch auf der 50-Meter-Distanz in "DA"- Modus bessere Ergebnisse erzielen können als im "single action". Die Gründe hierfür sind verblüffend, aber nachvollziehbar, ohne jetzt näher darauf eingehen zu wollen. Es ist Aufgabe des Büchsenmachers, seinen Kunden zu beraten und die Charakteristik des Abzuges auf die Wünsche des Kunden abzustimmen. Im Zweifelsfall sollte der Abzug zunächst einmal "länger" gelassen werden. Aber er muss sauber laufen. Der Abzug der Testwaffe war erst einmal recht "naturbelassen", um ihn auf die Wünsche eines Käufers abstimmen zu können. Bei der Rückgabe weckte mein Hinweis darauf den "Ehrgeiz" von Günther Zink. Er stellte mir die Waffe nach einer Überarbeitung erneut zur Verfügung. Nun war der Abzug sogar mir fast zu knapp: Einrasten der Trommel und fallen des Hammers waren praktisch eine Einheit. Bei einem Trainingswettkampf rauschten mir zwar auf 50 Meter zwei Schuss "vorzeitig" raus. Trotzdem konnte ich auf Anhieb ein 1451er Ergebnis holen. Für einen "one match stand" ein ganz brauchbares Ergebnis.

Ansonsten ist die Waffe solide aufgebaut und mit einem Merkle Trommelschieber ausgestattet. Die Trommelkammern sind sauber angefast, wobei da ruhig etwas kräftiger zu Werke gegangen werden könnte.

Eine Eigenart ist aber wohl erwähnenswert: Die Trommel wird nicht wie üblich über eine gefederte Stahlkugel (ball craine lock) verriegelt. Die Fa. Zink hat hier die S&W Original Verriegelung nach-empfunden und das gefederte Gegenstück zur Trommelachse in die Aussparung des Laufes eingearbeitet. Die Waffe wird allerdings auch mit der "Kugelverriegelung" angeboten. Welche Lösung technisch sauberer und vor allem präzisionsförderlicher ist, mögen wir nicht mit Gewissheit zu sagen. Allerdings würden wir - wenn wir die Ursache für die Ausreisser suchen müssten - auch mal hier ansetzen.

Damit ist die Waffe im Wesentlichen beschrieben. Mein "praxisorientiertes" Fazit zu dieser Testwaffe: Insgesamt guter Eindruck und solide Schussleistung. Der interessierte Kunde sollte nach Möglichkeit vorher prüfen, ob er mit den knapp 2 kg einer solchen Matchwaffe gut zu recht kommt. Ggf. kann das Gewicht durch entsprechende Bearbeitung des Laufes ohne weiteres auf etwa 1700 Gramm reduziert werden. Die Abstimmung und Charakteristik sollte mit dem Büchsenmacher besprochen und festgelegt werden. Der Preis der Waffe liegt bei DM 2900.- (ohne Nill Griff). Angesichts des Gesamteindruckes erscheint der Preis angemessen.

Testzubehör und -geschosse wurden zur Verfügung gestellt von: E&S, Edda Schäfferer, www.es-stadler.de

Wenn Sie auch ein Produkt herstellen oder vertreiben, das speziell auf die "1500" zugeschnitten ist, stellen wir dieses gerne vor.

Bitte wenden Sie sich an J. Stadler, Bundesreferent 1500, Tel. 08703/8918