Test Langwaffen
Die "Sig Sauer" SSG 3000 im Test; Horst Mitera und Wolfgang Thurau zeigen auf, für welche Disziplinen sich diese beiden Waffen eignen. Es kommen aber auch allgemeine Testergebnisse hervor, die sicherlich interessant sind.
Die "Sig Sauer" Modell 202 BDMP im Test; Horst Mitera und Wolfgang Thurau zeigen auf, für welche Disziplinen sich diese beiden Waffen eignen. Es kommen aber auch allgemeine Testergebnisse hervor, die sicherlich interessant sind.
Hier gibt Horst Mitera seinen Testbericht über diese für uns durchaus zu verwendende Waffe wider.
Mit Beginn dieser Ausgabe wollen wir in unregelmäßigen Abständen einige Waffen nicht nur vorstellen sondern vielmehr testen und dabei prüfen, inwieweit diese unseren Ansprüchen genügen" und in die Sportordnung passen"
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Ein Bericht von Horst Mitera und Wolfgang Thurau
Im Kampf gegen Mirage, Winddrift und schlechten Wetterbedingungen versuchen immer mehr Sportschützen mit mehr oder weniger geeigneten Sportgeräten ihr Ziel auf 300, 500 oder 1000 Meter zu treffen. Nicht immer mit Erfolg. Für diesen Einsatz werden an das Sportgerät hohe Ansprüche an Präzision, Zuverlässigkeit, Reichweite und Einsatzlebensdauer gestellt. Der höhere Anspruch an die Treffgenauigkeit läßt sich nur bei richtiger Planung von Waffe und Zielmittel erreichen. Schließlich soll der erste Schuß treffen. Präzisionsgewehre erfordern somit immer einen höheren Fertigungsaufwand. Das Bull einer 1200 Yard Scheibe hat eine Größe von etwa 60 cm. Mit dem bloßem Auge ist auf dieser Distanz nur ein winziger, schemenhafter Punkt sichtbar. Mit der vergrößernden Optik wird die Scheibe jedoch wieder in greifbare Nähe gerückt und bei richtiger Ermittlung des Winddrifts, ist ein präziser Treffer selbst auf dieser Distanz anzubringen und nicht dem Zufall zu verdanken.
Die Sig Sauer SSG 3000,
ein nach den neusten Erkenntnissen konstruierter Handrepetierer dessen Aufbau und Konfiguration zwar auf die Erfordernisse von Sondereinheiten und Militär abgestimmt ist, dem sportlich ambitionierten Schützen aber ebenfalls Nutzen bringt.
Der Prototyp
Erst während der IWA 1992 stellte die Firma SIG SAUER ihr neues Scharfschützengewehr SSG 3000 vor. Insider rechneten schon lange mit der Vorstellung, schließlich arbeitete man bei der Firma Sauer in Eckernförde bereits seit 1987 an einem Prototyp für ein Scharfschützengewehr auf der Basis des Systems Sauer 200. Denn mit dem neuen System konnte man eine Büchse vorstellen, die im Preis deutlich unter dem recht teuren System 90 des SSG 2000 lag. Schon während der Erprobung 1987 zeigte der Prototyp die Grundzüge des SSG 3000. System, Lauf und Feuerscheindämpfer sind optisch gleich. Vor allem der Schaft des damaligen SSG 200 P ließ Verbesserungen zu.
System und Lauf
Herzstück einer Büchse ist das System mit der Laufaufnahme. Hier ging Sauer & Sohn einen unüblichen Weg. Lauf und Systemgehäuse sind nicht wie weitgehend der Gewohnheit entsprechend durch Gewinde oder Schrumpfung vereinigt, sondern konstruktionsbedingt durch Klemmschrauben miteinander verbunden. Die Systemhülse ist im vorderen Bereich unten mit einem Längsschlitz versehen, der Bereich der Laufaufnahme ist glatt mit einem Durchmesser von 27 mm. Nach einschieben des Laufes wird der Schlitz durch drei Imbusschrauben auf der rechten Systemseite mit einem Drehmoment von 10 - 12 Nm zugezogen. Bedenken gegen die Laufklemmung wegen der Gefahr des Laufrutschens sind bei ordnungsgemäßer Laufmontage nicht angebracht. Die Kammer verriegelt mit sechs Warzen direkt im Lauf.
Durch diese direkte Verriegelung von Verschluß und Lauf werden keine direkten Gasdruckkräfte an das Gehäuse abgegeben. Die mit 210 mm recht kurze, steife Systemhülse reicht vier cm tief und bietet damit eine gute Möglichkeit der Lagerung im Schaft. Hinten links am Systems sitzt eine kleine Kammersperre mit Federwippe. Der Schlagbolzen in der Kammer hat nur einen Weg von etwa 5,5 mm und sorgt für eine schnelle Zündung. Im gespannten Zustand tritt der sicht- und fühlbare Signalstift hinten einige mm raus, und läßt den Ladezustand der Waffe erkennen. Der Zylinderverschluß aus bestem Stahl, wurde aufwendig bearbeitet und auf hohe Lebensdauer und Leichtgängigkeit getrimmt. Der Stoßboden der Kammer ist einige mm eingezogen und hat einen starken Rand, so daß die Patronen sicher erfaßt und geführt werden können. Der Öffnungswinkel beträgt 60°. Das Patronen -Auswurffenster ist mit seinen 74 X 16 mm erfreulich klein gehalten, und doch groß genug um die Waffe als Einzellader optimal nutzen zu können. Die Firma Sauer fertigt die Läufe selbst (siehe auch Vo 1/97), so ist auch der 600 mm lange und kaltgehämmerte Lauf aus Chrom - Molybdän - Legierung aus eigener Fertigung. Aufgrund des Herstellungsverfahrens ist mit hoher Lebensdauer zu rechnen, so daß die Behördenforderung nach 10.000 Schuß bei 90% Leistung erfüllbar ist. Mit seinem Matchprofil und vier rechts drehenden Zügen bei einer Drallänge von 305 mm stabilisiert er Geschosse um 168 Grain Gewicht sehr gut. Der Lauf ist ausgelegt als starkwandiger Matchlauf. Sein Durchmesser beträgt immerhin an der Mündung 19,2 mm und 27,3 mm am System. Vor der Klemmung schwingt der Lauf frei und kann über acht große Schaftfenster die Laufwärme abstrahlen. Die Metallteile sind mattschwarz brüniert um Lichtreflexe zu vermeiden. Für den Behördeneinsatz durchaus akzeptabel.
Trotz der exzellenten Präzision des Laufes wird von Long Range Schützen die Länge des Laufes beanstandet. Bei einer Länge von ca. 600 mm ( Ohne Feuerscheindämpfer ) ist dieser für die Distanz von 1000 m einfach zu kurz. Der Brennschluß erfolgt nach Mündungsdurchgang. 30" Läufe geben eine höhere Vo, so das Geschosse auch auf dieser Distanz noch im Überschallbereich ankommen. Um die bei Behörden und Militär verwendeten Patronen, welche durchweg ein Geschoßgewicht von 146 - 148 grs. ausweisen besser zu stabilisieren, wäre eine Drallänge von 13 1/2 Zoll wünschenswert. Beide Lösungen" würden dem SSG 3000 eine breitere Verwendungsbreite / Einsatztiefe bescheinigen. Dabei ist nicht zu vergessen, daß der 13 1/2 Zoll Drall auch den Sportschützen zu Gute käme.
Der Feuerscheindämpfer kommt aus der Praxis, Seine fünf Ausfräsungen sind im 180° Radius oben angesiedelt und verhindern weitgehend ein Aufspritzen von Bodenmaterial beim Schuß. Die kompakte gut durchdachte Abzugeinrichtung mit Sicherung ist eine Baugruppe. Zum Entsichern der Waffe im Anschlag schiebt der Schütze mit dem Zeigefinger einfach den Sicherungsknopf vor dem Abzug hoch, ohne auch nur den Griff am Kolbenhals zu verändern. Die Abzugverstellungen lassen keine Wünsche offen. Die Stellung des Abzug läßt sich um ca. 12 mm in Längsrichtung verschieben. Das Abzuggewicht kann zwischen 1000 und 2000 g verstellt werden. Druckpunkt und Vorzug ist ebenfalls einstellbar. Die Waffe ist mit Einsteckmagazin aus gestattet. Das 5 Patronen fassende, heraus nehmbare Steckmagazin mit seinen zwei Schulterführungsrippen verhindert die Beschädigung der Empfindlichen Geschoßspitzen beim Rückstoß.
Der Schaft
Offensichtlich haben die Versuche mit dem Kunststoffschaft des Prototyps nicht zu einer befriedigenden Bruchfestigkeit geführt. Besonders die geteilte Schaftbauart dürfte dabei störend gewesen sein. So gingen die Ingenieure bei Sauer den einfachsten Weg und modifizierten einen Matchschaft der erfolgreichen Scandinavian Target Rifle STR - Ein einteiliger Schichtholzschaft wurde für die Serienfertigung des SSG angeglichen. Die Auswahl des Materials und die sehr gute Innenverarbeitung machen eine aufwendige Kunststoffbettung des Systems verzichtbar. Da die hintere Schaftschraube etwas schräg steht, ist diese laut Herstellerangaben nach einsetzen des Systems zuerst anzuziehen. Erst anschließend soll die vordere Schaftschraube angezogen werden. Für beide Schrauben gilt ein Anzugdrehmoment von vier Nm, das man auch einhalten sollte. Auf Grund der Bauart ist dies verständlich, denn die hintere Schraube zieht das System fest an die Anlagefläche, während die vordere Schraube ein geringes Längsspiel ermöglicht und erst dann festgesetzt wird. Der griffige Vorderschaft ist gegenüber dem Lauf stark ausgekehlt. Vier beidseitige Ventilationsschlitze im Vorderschaft sorgen für eine gute Luftzirkulation. Eine Norm - Zubehörschine ist im Vorderschaft eingearbeitet. Die verstellbare Schaftbacke ist optimal und setzt Maßstäbe.
Mit einer Rändelschraube läßt diese sich nach oben oder unten verschieben. Ein Neigen ist durch wenden der konischen Zwischenlage möglich. Durch fest ziehen der Arritierschrauben ist diese Einstellung dauerhaft fixiert. Kompromißlos kann diese Waffe den individuellen Bedürfnissen des Schützen damit angepaßt werden. Die Höhen und Längsverstellung der Schaftkappe ist großzügig bemessen.
Schußleistung
Auf dem Schießstand zeigte das SSG 3000 hervorragende Leistungen. Wie üblich wurde vom Sandsack aufgelegt geschossen.
Als Zielmittel. wurde das auf der IWA 1997 in Nürnberg vorgestellte Präzisions - Zielfernrohr 4 - 16 X 50 - Model Varmint, der Firma Schmidt & Bender verwendet. Dieses ZF verfügt neben der exzellenten Optik auch über eine stufenlosen Paralaxeneinstellung von 50 - 500 m und unendlich. Der besondere Praxisvorteil für den Schützen; Der Paralaxenausgleich wird in einem dritten Verstellturm vorgenommen. Schnell und sicher kann damit die Parallaxe korrigiert werden ohne das der Schützen aus dem Anschlag gehen muß. Das feine Fadenkreuz Absehen entspricht erstmalig bei einem Glas deutscher Fertigung den Vorstellungen der Sportschützen. Der extrem dünne Faden verdeckt das Ziel auf einer Distanz von 100 m, nur auf 1,5mm. Das entspricht einer Deckung von 7,5 mm auf 500 m. Mit so einem feinen Absehen lassen sich bei guter Beleuchtung auch kleinste Ziele sicher treffen. Theoretisch zu mindestens.
Munitionsverträglichkeitstest
Schußversuche mit unterschiedlichen Munitionsfabrikaten und Geschoßgewichten haben durchaus ihre Daseinsberechtigung. Nicht jeder Sportschütze ist Wiederlader, sondern gezwungen Munition aus der Schachtel zu schießen. Diese Schießversuche werden in der Regel auf einer Distanz von 100 m mit jeweils 10 Schuß vorgenommen.
Die 300 m Schußbilder zeigen ebenfalls eine ausgezeichnete Präzision. Diese Werte sind Schützenabhängig. Ein oder zwei unerklärliche Ausreißer vergrößerten das 10er Schußbild. Die Präzision der fabrikgefertigten Patronen reicht vollkommen aus, um auf allen BDMP Scheiben ein VOLLES HAUS zu schießen. Der Wiederlader wird mit der Munitionsabstimmung auf diese Waffe mit Sicherheit einen besseren Streukreis zustande bringen.
Zusammenfassung
Matt brüniert mit schwarz lackiertem Schaft und mit einem Feuerschein Dämpfer ausgestattet, ist diese Waffe imLager der Sondereinheiten und ambitionierten Präzisionsschützen angesiedelt.
In der praktischen Erprobung zeigte sich die Qualität der Waffe. Ein weicher Verschlußgang gepaart mit der exzellenten Schußleistung machen das Schießen zum Vergnügen. Dazu trägt die hohe Munitionsverträglichkeit als weiterer Pluspunkt bei.
Das Präzisionsgewehr SIG SAUER SSG 3000 gehört zwar nicht zu den preiswerten Waffen, was man sich mit dieser Waffe aber einkauft, ist PRÄZISION PUR und der Anschaffungspreis schnell vergessen.
Bei der Verwendung von Long Range Dioptern und US - Zielfernrohren wird die Klickverstellung in der Regel in Minuten angegeben.
¼ Minutenverstellung sollte Standard sein. Dies entspricht eine Veränderung der Treffpunktlage von knapp 7,3 mm bei einer Distanz von 100 Metern.
Auf Bestreben der Vo wird die Firma Sauer & Sohn ab sofort für Waffen der Modelle SSG 3000 und dem Sportgewehr Mod. 205 weitere Wechselläufe fertigen. Diese werden eine Gesamtlänge von 74 cm und einen Drall von 13 1/2 Zoll aufweisen, so daß diese Waffen ( Läufe) nicht nur für den Long Range Schützen interessant wird, sondern auch für die Beschaffer in den Behörden. Läufe der o.g. Konfigiration weisen eine verbesserte Zielwirkung auf. Somit kann mit dem Kaliber .308 Win. eine gegenüber einer .338 Magn. bessere Preis-Leistungskalkulation vorgenommen werden. Interessierte Schützen nehmen bitte Kontakt mit Ihren zuständigen Waffenhändler vor Ort auf, welcher die Läufe ordern kann (rechtliche Schritte beachten). Auch komplette Waffen können ab sofort in dieser Konstellation bestellt werden. Nach neusten Erkenntnissen soll die Firma Sauer "MAUERN" d.h. es sollen angeblich keine der versprochenen Läufe lieferbar sein. Wir bleiben am Ball und werden Sauer damit konfrontieren. Zum einen soll ein Versprechen gehalten werden, zum anderen wird der BDMP im April 1999 an den Weltmeisterschaften im Long Range Schießen in Blomfontein, Süd Afrika teilnehmen, bei welchem auch Sauer Waffen eingesetzt werden. W.T. |
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Tausendsassa in der Praxis
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Technische Daten | |
| Funktionsprinzip: Repetiergewehr mit direkter Warzenverriegelung im Lauf | Gewicht ohne Mag. / ZF: 3,0 kg - 3,8 kg | |
| Kaliber: von .243 Win. bis .375 H&H | Abzug: verstellbarer Flintenabzug ca. 13 N | |
| Gesamtlänge: 1125 mm - 1170 mm | Magazininhalt: 5 Patronen | |
| Laufläng: 600 mm - 660 mm | Hülse zur Aufnahme des Zielfernrohres mit Prismenschiene. Die zweiten Angaben beziehen sich auf die Magnumkaliber. |
Ein Bericht von Horst Mitera und Wolfgang Thurau
Eine Waffe aus der Systemreihe 202 von Sauer. Das Modell B.D.M.P. hier im derzeit aktuellem Trennt in schwarz, soll in erster Linie die etwa 20.000 Mitglieder des Verbandes ansprechen. Die Qualität der einzelnen Bauteile der Waffe sind aus früheren Test bereits bekannt. Bis auf Detailmängel (u.a. hier generell der Hinterschaft für den Einsatz als Sportgewehr bzw. als Long Range Gewehr ) gibt es weder Präzision noch Bedienungsmängel. Wir bekamen eine Waffe aus dem Karton. Das heißt für uns, auspacken, durchsehen, Zielmittel montieren und mit einer neuen Waffe gleich in den Wettkampf.
Der Vorteil für uns, der Wettkampf begann mit der 300 Meter Distanz. Die beiden Probeschüsse reichten aus eine genaue Dioptereinstellung vorzunehmen. Mit 47,03 von 50,10 Ringen erreichten wir mit dieser Waffe und der Munition von MEN (Mandalay S) auf Anhieb ein sehr gutes Ergebnis. Die Waffe lag gut im Anschlag. Der weiche Schloßgang erlaubte ein störungsfreies Laden. Für diese 300 Meter Distanz kann der Waffe uneingeschränkt das Prädikat > sehr gut < verliehen werden.
Die nächste Distanz war 500 Meter, und die Schwierigkeiten begannen. Durch die Höhenverstellung des Diopters von 300 auf 500 Meter ist der Kontakt zur Waffe eingeschränkt. Die fehlende Verstellbarkeit der Schaftkappe trägt entschieden dazu bei. Mit 43,01 von 50,10 möglichen Ringen wurde bei den Einschränkungen trotzdem ein passables Ergebnis erzielt. Die nächste Distanz mit 600 Metern ließ nichts gutes ahnen. Die notwendige Höhenverstellung des Diopters schränkte den Kontakt zur Waffe gewaltig ein. Der Schulterkontakt fehlte fast gänzlich. Das trotzdem noch 44,02 Ringe von 50,10 erreicht wurden zeigt deutlich die Qualität der Waffen-Komponenten. Bei der 800 Meter Distanz haperts gewaltig, die Waffe konnte nicht mehr eingesetzt werden.
Sauer setzt Maßstäbe für die Schußleistung. Bei einer Lauflänge von 67 cm ist der Einsatz bis zu 800 Metern durchaus möglich, wenngleich ein 30" Lauf starke Vorteile für die 800 bis 1000 m Distanz durch die Erhöhung der Vo. bringt. Wünschenswert wäre ein Lauf mit einer Drall - Länge von 13,5". Damit ist der Bereich der Geschoßgewichte von der Standard NATO - Patrone mit 146gr. über die von den Long Range Schützen favorisierten 155gr. Geschossen, bis zum alten 168 gr. Geschoß abgedeckt. Da diese Waffe die Möglichkeit des schnellen Laufwechsels durch den Schützen birgt, sollte zumindest ein 30" Wechsellauf im Angebot sein.
Das technische Grundkonzept des Schaftes in seiner Gesamtheit ist für Jagdwaffen sicher geeignet. Für den von uns gewünschten Einsatz - Long Range Schießen auf Distanzen von 300 bis 1000 Meter - müßte dies geändert werden. Durch den jetzt noch mangelhaften Hinterschaft ist der Einsatz stark eingeschränkt. Hier müßte schnellstens eine mögliche Auswechselbarkeit machbar sein. Ein ergonomisch geformter Schaft mit einer verstellbaren Schaftkappe und -backe ist hier gefordert.
Der dadurch entstehende Mehrpreis wäre sicher akzeptabel Da diese Waffe in der Regel als Einzellader eingesetzt wird, kann auf ein Magazin verzichtet werden. Eine bündige Abdeckung des Magazinschachtes wäre von Vorteil, nicht nur aus Sicherheitsgründen. Lobenswert ist die gute Munitionsverträglichkeit dieser Waffe.
Vo innovativ Auch zum Modell 202 - BDMP wird aufgrund unseres Tests von der Firma Sauer einiges an der Waffe verändert. So wird ohne weitere Mehrkosten eine in der Höhe verstellbare Schaftkappe installiert. Außerdem wird vom Maketing (in Zusammenarbeit mit Herrn Rhös von der Entwicklungsabteilung) geprüft, ob entweder der jetzige Schaft so verändert werden kann das eine verstellbare Schaftbacke installiert werden kann, oder , und das ist m.E. der bessere Weg, es wird der Hinterschaft des Modells 205 angebaut. Fazit Im Kampf gegen Mirage, Winddrift und schlechten Wetterbedingungen versuchen immer mehr Schützen mit mehr oder weniger geeigneten Sportgeräten ihr Ziel auf bis zu 1000m zu treffen. Nicht immer mit Erfolg. Der höhere Anspruch an die Treffgenauigkeit läßt sich nur bei richtiger Planung von Waffe und Zielmittel erreichen. Das Bull" auf der 1000 Yard Scheibe hat eine Größe von etwa 60 cm, mit dem bloßem Auge auf dieser Distanz als kleiner schemenhafter Punkt sichtbar. Mit der vergrößernden Zieloptik ist die Scheibe in greifbare Nähe gerückt und ein präziser Treffer auf diese Distanz ist nicht mehr dem Zufall zu verdanken. ......... |
| Die getesteten Waffen sind uneingeschränkt für den Schützen des BDMP einsetzbar. Die Disziplinen gem. Sportordnung reichen von ZG 3 ( bei SSG 3000) bis zu SG 1+2 bzw. Long Range, dieses jedoch mit o.g. Einschränkungen, bei dem Mod. 202. Voraussetzung ist jedoch, daß o.g. Verbesserungen schnellstmöglicht in die Tat umgestzt werden. Auch bei den Kombinationswettkämpfen im Long Range Bereich sind beide Waffen geeignet. |
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Ein universelles Waffensystem
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Technische Daten | |
| Kaliber: .308 Winchester - .338 Lapua Magnum | Drall: 11" - 12" (.338 ) | |
| Lauflänge: 1150 mm - 1200 mm (.338 ) | Gewicht: 4,7 kg - 5,1 kg (.338 ) |
Ein Bericht von Horst Mitera und Wolfgang Thurau
Die Sako TRG 21 Zylinderverschlußbüchse, ist eine der interessantesten Waffen nach dem Baukastenprinzip. Die Hülse besteht aus hochwertigem, kaltgehämmerten Stahl. Das Verschlußsystem verriegelt mit seinen drei Verschlußwarzen hinter dem Kammerstoßboden. Die Verriegelungswarzen sind als Dreieck mit abgerundeten Ecken ausgebildet. Durch die geschickte Anordnung von Auszieher und Auswerfer im Verschlußkopf ist eine Schwächung der Kammereinheit nahezu ausgeschlossen. Der Kammerstoßboden umschließt den Patronenboden vollständig. Sollte es doch einmal zu einem Zündhütchendurchbläser kommen, wird der Gasdruck durch eine Bohrung hinter dem Kammerstoßboden abgeleitet. Dies bietet ein Höchstmaß an Sicherheit für den Gesichtsbereich des Schützen. Der Öffnungswinkel der Kammer beträgt 60 ° was einen extrem kurzen Verschlußhebelweg bedeutet. Um eine Schwächung des Systems zu vermeiden wurde das Patronenauswurffenster mit einer Länge von 72 mm und einer Höhe von 14 mm recht klein gehalten. Die 210 mm lange Verschlußhülse hat auf ihrer Oberseite eine 140 mm lange und 17 mm breite Schwalbenschwanzführung zur Aufname der Zielmittel. Zusätzlich lassen vier, mit Madenschrauben abgedeckte Bohrungen eine weitere, individuelle Montagemöglichkeit zu. Der kurze Schlagbolzenweg ( 6,5 mm ) und die damit verbundene günstige Schußentwicklungszeit schaffen gute Voraussetzungen für kleinste Schußgruppen. Die Abzugeinheit zeigt die Vorteile des Baukastensystems. Die komplette Abzugeinheit einschließlich Abzugbügel und Sicherung läßt sich nach lösen einer Schraube am hinteren Ende des Systems, ohne Demontage anderer Bauteile in einem Stück entfernen. Der präzise Druckpunktabzug ist im Bereich von 1,0 - 2,5 Kilogramm einstellbar. Weiterhin ist das Abzugzüngel in Länge Seite und Seitenwinkel einfach zu verstellen Der Sicherungsmechanismus wirkt auf Verschluß, Abzug und Schlagbolzen. Beim TRG Kastenmagazin mit einer Kapazität von 10 Patronen liegen die Patronen zweireihig. Abgeschrägte Seitenteile im oberen Bereich des Magazins, führen die Patronen mittig unter den Verschluß. Das Zubringerblechteil steht unter Druck einer stabilen W förmigen Blattfeder. Eine vor dem Abzugbügel sitzende Sperrklinke hält das Magazin ohne Klappern im Schaft. Die Schaftbasis ist ein Aluminiumprofil an welchem der Polyurethane Vorderschaft befestigt wird. Der Hauptschaft besteht ebenfalls aus Polyurethane ist allerdings zusätzlich durch ein Aluminiumskelett verstärkt. Da das System direkt mit dem gefrästen schwarz eloxierten und verwindungssteifen Aluminiumprofil verbunden ist, ist eine weitergehende Bettung nicht notwendig. Mit Hilfe von Zwischenlagen läßt sich die Höhe, Seite und Neigung der Schaftbacke individuell verstellen. Die Schaftkappe ist ebenfalls in der Höhe verstellbar und durch Zwischenplatten in der Länge veränderbar. Zusätzlich kann dank der beweglich gelagerten Muttern, die Schaftkappe seitlich verlagert werden so das Schaft optimal an der Schulter des Schützen liegt. In der im Vorderschaft eingelassenen Profilschiene kann ein Handstopp stufenlos in Längsrichtung individuell verschoben werden. Die auf den ersten Blick etwas eigenwillige Schaftform findet in der Praxis ihre Bestätigung. Das optimal verstellbare Schaftsystem ermöglicht es diese Waffe vielseitig einzusetzen, z.B. als Scharfschützen Waffe, UIT und Long Range Waffe, und nicht zuletzt durch die hohe Magazinkapazität für die CISM Disziplin. Die Waffe ist in Ihrer Formgebung gleichermaßen für Links- und Rechtsschützen verwendbar. Der 660 mm lange Lauf mit einer sauber hinterdrehten Mündung ist recht kräftig gehalten. Am Patronenlager werden 29 mm und an der Mündung 22 mm gemessen. Der Lauf liegt Präzisionsfördernd völlig frei und kann somit ungehindert schwingen. Mit einer Drall Länge von 279,5 mm ( 1- 11" ) entspricht dieser Lauf nicht ganz unseren Vorstellungen, die mit 155gr. Geschosse erzielten Streukreise auf weiten Distanzen, bewiesen jedoch das Gegenteil.
Zur Verfügung stand uns die Original - Aufschub - Klemmontage. Diese wurde mit dem 10fachen Zielfernrohr (10X42mm) von Schmidt & Bender, bezeichnenderweise mit dem B.D.M.P. Absehen geliefert. Die sehr solide Aufschubmontage mit dem großzügig dimensionierten, schwenkbaren Klemmhebel hält das montierte Zielfernrohr unverrückbar auf der Prismenschiene der Waffe fest. Ein wiederholtes Abnehmen und Aufsetzen der Montage ist ohne Treffpunktverlagerung durchaus möglich, und wurde mit Erfolg praktiziert. Ein am hinteren Ende der Montagebasis angebrachter Stift sorgt für einen präzisen Anschlag beim Aufschub der Basis. Kompromißlos kann gesagt werden, diese Montage ist die ideale Verbindung zwischen Waffe und Zielfernrohr.
Der Munitionstest
Der durch Wälle geschützte 300 m Stand ( Mandalay 6 ) stand für den Waffen- und Munitionstest zur Verfügung.
Aufgelegt wurde die Sako TRG 21 mit dem Vorderschaft auf eine Benchrest - Auflage der Firma Henke. Der Hinterschaft wurde durch die Hand abgestützt, und somit war eine relativ stabile Schußabgabe möglich. Die von uns verwendete Munition wurde entsprechend den Regeln der B.D.M.P. Sportordnung ( für LR )auf die Geschoßgewichte zwischen 146 gr und 155 gr begrenzt.
Fabrikgefertigte und handgeladene Munition kam zum Einsatz.
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Schussbilder Geschossen mit links: Wiedergeladener Munition, Palma 92 - 155 grs, Leupold ZF rechts:Wiedergeladene Munition, Palma 92 - 155 grs, Schmidt & Bender ZF u. links:RG Green Spot, Los: RG 29-3-94X, Schmidt & Bender ZF u. rechts: MEN- Mandalay /S, Schmidt & Bender ZF |
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Die Schußbilder bewegten sich bei 10 Schuß in der Bandbreite von 62 98 mm. Die Streukreise konnten nicht so recht befriedigen, da aus einer früheren Erprobung mit einer TRG 21 wesentlich kleinere Streukreise erzielt wurden. Leider bestand an diesem Tag keine Möglichkeit ein weiteres Testschießen durchzuführen. Auf einem offenen Schießstand wurde eine Woche später ein weiterer Test durchgeführt Diesmal jedoch wurde ein Leupold ZF mit DOT Absehen verwendet. Die Waffe wurde zunächst auf 100 Meter eingeschossen. Mit selbst geladener Munition wurde eine exzellente 5 Schußgruppe von 11 mm erreicht.
Es galt also die Streukreise auf 300m vom ersten Munitionstest zu verkleinern. Trotz eines moderaten Windes wurden Streukreise bei den 10 Schußgruppen auf etwa ein Drittel bei der handgeladenen Munition reduziert. Auch die Militärfertigung zeigte wesentlich engere Schußbilder. Hier machte deutlich die MEN Mandalay das Rennen. Die Welt war wieder in Ordnung. Die Ursache lag eindeutig bei dem gewöhnungsbedürftigen Absehen des Schmidt & Bender Zielfernrohrs.
Die vorliegende Waffe in ihrer Universalität dürfte die Kaufentscheidung leicht machen. Nicht zu vergessen, SAKO Systeme werden von bekannten spezialisierten Büchsenmachern beim Bau von hochpräzisen Benchrest Waffen verwendet. Bei Markteinführung kostete dieses Prachtstück ohne ZF ca. 5600 DM. Heute ist die Waffe in gleicher Qualität für etwa 3000 DM erhältlich. Die weiteren Vorteile: Mit wenigen Handgriffen ist diese Waffe für einige Disziplinen des BDMP umrüstbar. Auffallend die Munitionsverträglichkeit der TRG, der 5er Ring der 300m ZF Scheibe wird sicher gehalten. Die Waffe zeigte bei allen Geschoßgewichten eine relativ gleichmäßige Präzision.
Der zukünftige Besitzer sollte sich für das lieferbare Zubehör durch die Firma SAKO informieren lassen. Von der Hilfsvisierung bis zum Schalldämpfer ist alles vorhanden, wobei der Schalldämpfer hier nur erwähnt wird. Nach den gültigen Waffenrecht benötigt man zum Erwerb eine besondere Erlaubnis ( WBK ). Es kommt Freude auf.