Alles im Griff ?
Revolvergriffe für die 1500 im Test
Ein Bericht von Josef Stadler
Gute Kontakte sind das halbe Leben. So ist es auch beim Schießen. Und speziell in der 1500 hat die optimale Ver-bindung zwischen Waffe und Schütze sehr positive Effekte.Ich möchte heute zwei Griffe vorstellen, die in ihrer Form nahezu identisch, im Material aber sehr unterschiedlich sind. Übrigens auch im Preis.
Der erste Griff wird von vielen PPC Schützen auch im Hauptwettkampf verwendet. Es ist der legendäre Bill Davis Griff, der aus Amerika kommt. Er verlängert das Griffstück nach unten um ca. 2,5 cm. Dadurch bietet er insbesondere für die Führhand die nötige Fläche.Hier erscheint mir eine grundsätzlicher Hinweis ange-bracht. Bei meinen Lehrgängen stelle ich immer wieder fest, daß die Führhand nur locker am Griff anliegt und so gut wie keine Haltekräfte übernimmt. Ich halte das für einen kolossalen Fehler, weil dadurch die überwiegende Kraft von der Schußhand ausgeht. Tatsache aber ist: je stärker man die Waffe mit der Schußhand hält, um so stärker übertragen sich auch die Bewegungen des Abzugsfingers nicht nur auf den Abzug selbst, sondern auch auf den Griff. Und dann haben wir ein Problem. Machen Sie den Test: Wenn Sie den Abzug auch mit fast völlig gelöster Schußhand noch sauber durchziehen können und der Lauf dabei absolut ruhig stehenbleibt, sind Sie auf dem richtigen Weg.
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Kraftprobe |
Bill Davis Griff |
Nill Griff, Mod. Phil Hemphill |
Nun wird auch klar, warum der Bill Davis Griff einem normal großen Griff überlegen ist. Das "Mehr" an Oberfläche machts aus.
Der Griff ist nach wie vor nur für S&W K/L frame square butt (also eckiger Rahmen) lieferbar. Wer sich aber an einer kleinen Lücke im Griffrücken nicht stört, kann ihn genausogut am runden Rahmen montieren.Der Gummigriff, mit feiner Fischhaut versehen, ist im Fachhandel für rund 45-60 Mark erhältlich.
Unser Testurteil: unschlag- bares Preis- / Leistungsverhältnis. Lediglich das Material bietet leichte Nachteile, insbesondere, wenn sie durch den Wettkampfstreß etwas mehr Schweiß absondert.
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Hier bietet die Fa. Karl Nill, allseits bekannt für feinste Waffengriffe, Abhilfe | ![]() |
Auf der Basis des Griffes, den der mehrfache PPC Weltmeister Phil Hemphill benutzt, hat sie einen Griff aus feinen Nußbaumholz gefertigt.
Dieser Griff besitzt zwei angedeutete Fingerrillen und liegt auf Anhieb außerordent-lich gut in der Hand. In den Abmessungen unterscheidet er sich recht wenig von dem eingangs vorgestellten Bill Davis Grip. Allerdings werden die Unterschiede sofort deutlich, wenn man beide Griffe nacheinander in die Hand nimmt. Der Grip, den die feine Punzierung des Nill-Griffes bietet, ist unüber-troffen. Und: Ein Holzgriff ist bis zu einem gewissen Grad in der Lage, Handfeuchtigkeit aufzunehmen, was insbe-sondere bei längeren Wettkämpfen ein großer Vorteil ist.
Der besondere Clou: Über eine Bohrung in der Vorderseite ist die Stellschraube für die Hauptfeder frei zugänglich.
Den Griff gibt es in zwei Varianten: mit offenem Griffrücken für die kleine bis normale Hand und mit teiloffenem Rücken für die etwas größere Hand. Der Preis: 230 240 Mark. Meine Meinung: Nicht billig, aber man kriegt was geboten fürs Geld.
Der Griff ist in der 1500 auch für das Distinguished Revolver, Service Revolver und Off Duty Revolver Match zugelassen. Ich kann mir aber gut vorstellen, daß für viele Schützen dieser Griff auch die richtige Wahl für den Hauptwettkampf wäre. Es sei denn, sie bevorzugen die speziellen Griffe, die Nill dafür herstellt (die werden wir in der nächsten Ausgabe vorstellen).
Man muß aber ganz sicher kein 1500 Freak sein, um diese Griffe zu mögen. Sie machen sich an jeder Waffe gut, egal welche Disziplinen man bevozugt.
Die Testobjekte wurden zur Verfügung gestellt durch die Fa. Karl Nill und E&S, Edda Schäfferer.