Wer suchet, der findet...

PPC Revolver, Fa. Hiendlmayer, Bayern
vorgestellt von Josef Stadler und Peter Stauner

Peter Stauner ist Mitglied unserer eigenen SLG, dem Sportschützenclub Bavaria Ergolding. Er wollte für seine Lieblingsdisziplin PPC 1500 eine ganz besondere Waffe. Exakt auf seine Bedürfnisse und Vorstellungen zuge-schnitten: Als Basiswaffe kam für ihn nur ein S&W Modell im Kaliber .38 Spl. und damit mit dem kleineren K-Rahmen in Frage. In Sachen Lauf fiel seine Ent-scheidung auf einen Lothar-Walther-Polygonlauf und die Waffe sollte mit einer Wichita "double grand master" Visierschiene ausgestattet sein. Weiterhin sollte die Waffe ausschließlich über "double action" Modus (DAO) verfügen. Gewünscht war ein Waffengewicht von ca. 2000 Gramm, sowie ein Triggerstopp aus Stahl und ein Trommelschieber von ED-Brown.

Und: Es sollte schnell gehen. Und da gab es bei den bekannten Tunern Probleme. Die Auftragsbücher waren voll. Eine Lieferzeit von bis zu einem Jahr kam nicht in Frage. Nun kam der Zufall ins Spiel und damit der Name Hiendlmayer. Ein kurzes Telefonat und ein Besuch in der Werkstatt des Büchsenmachers folgten. Ja, und nach sechs Wochen war es so weit: Peter konnte sein Prachtstück in Empfang nehmen. Als Basiswaffe wurde das S&W Modell 67 Combat Masterpice (stainless steel), wie gewünscht, .38 Special, K-Rahmen verwendet. An die MIM-Teile, insbesondere den spornlosen Hammer muss man sich noch immer gewöhnen. Der 40mm dicke Lothar-Walther Polygon-Laufrohling wurde gemäß den Vorgaben bearbeitet und mit einem zusätzlichen Gewicht (underlug) versehen. Die Trommelverriegelung erfolgt über ball crane lock (gefederte Stahlkugel)

Das Ganze hinterläßt einen soliden, sauberen Eindruck. Gerastet steht die Trommel mit kaum spürbarem Spiel, so wie es sein soll. Die Trommelbohrungen sind sauber angefast. Das erleichtert das schnelle Nachladen ganz erheblich.

Die Abzugscharakteristik ist sauber und klar, mit definiertem Einrasten der Trommel. Das Abzugstuning kann sich sehen lassen. Für meinen Geschmack ist aber der Weg nach dem Einrasten bis zum Fallen des Hammers noch zu lange. Aber das ist subjektiv und wegnehmen kann man immer noch, wenn´s denn sein soll.

Prinzipiell fördert ein zu langer Weg des Abzuges das Durchreissen des Abzuges, wenn der Schuss wieder "mal nicht kommen" will. Gerade in den 50-Meter Matches ist das häufig der Grund für die eine oder andere "Null". Andererseits ist zu kurz auch nicht gut. Hier geht schon mal was raus, das noch gar nicht geplant war.

Insgesamt hinterließ die Waffe einen handwerklich sauberen und soliden Eindruck. Natürlich mußte auch diese Kreation in die Ransom Rest, da der subjektive Eindruck alleine nicht ausreichend ist, um die Leistung einer Waffe bzw. des Büchsenmachers, der sie gebaut hat, zu beurteilen. Getestet wurde auf dem Schießstand der freien Vilstalschützen in Gundihausen bei Landshut. Die Testdistanz beträgt hier 55 Meter, also 10% mehr als die herkömmliche Testweite für PPC-Waffen.

Getestet wurde mit Geschossen Precision Delta, .38-148 HBWC und H&N-PPC .38-145 HBWC vor jeweils 2,4 grs Chemira (Vihtavouri) N 310 in Hülse Precision Delta und Primer Federal 100 SP. Zur Vorbereitung des Tests wurden 6 Trommelladungen als Setzschüsse abgegeben. Danach wurden abwechselnd jeweils zwei Trommelladungen Precision Delta und H&N abgefeuert. Nach acht Durchgängen wurde ausgewertet: Precision Delta erbrachte einen Gesamtschnitt von 49,8 mm, bei H&N lag der Schnitt bei 93,1 mm. Allerdings erbrachte ein weiterer Versuch, daß sich die H&N Gruppen sofort auf einen Schnitt von 62,0 mm reduzieren, wenn eine etwas höhere Ladung von 2,7 grs N 310 verwendet wurde. Nach unseren bisherigen Erfahrungen gilt: Polygonläufe brauchen einen Tick mehr "pow(d)er", um auf die Leistungen von Züge-Felder Läufen zu kommen. Dies gilt natürlich in erster Linie für Bleigeschosse, hier speziell hollow base wadcutter. Als Referenz wurde Fabrikmunition .38-148 HBWC Magtech getestet. Ergebnis: mittlere Treffergruppe 103 mm.

Die Waffe hinterliess im "Handlingtest" einen harmonischen Eindruck. Doch erscheint hier eine Warnung am Platze: Bei einem Gewicht von etwa 2000 Gramm erscheint sie leicht kopflastig aber sehr gut beherrschbar. Allerdings verzeiht dieses hohe Gewicht keinerlei Nachlässigkeiten im Anschlag. Schnell fallen die Treffer "in den Keller". Wer sich so ein "Gerät" zulegen möchte, sei gewarnt. Viele Schützen kommen mit einem Waffengewicht von etwa 1700 - 1800 Gramm wesentlich besser zu Recht. Ausprobieren, wo es nur geht! Hier allerdings war das hohe Gewicht Vorgabe des Kunden. Probeserien aus der Hand ergaben ausgezeichnete Ergebnisse. Der "Hammer" waren acht X´s in Folge im Anschlag rechte hand, Balken rechts. Danach habe ich aufgehört. Sie wissen ja, so was kann man sich nur versauen, wenn man es wiederholen möchte.

Unser Fazit: Handwerklich sauberer Revolver ohne "Schnickschnack" mit hervorragenden Schußleistungen. Perfekt abgestimmt auf die Wünsche des Kunden. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt sich an der permanenten Leistungssteigerung von Peter.

Klaus Hiendlmayer beschreibt sein 1983 gegründetes Unternehmen so:
Das Sport- und Jagdwaffenprogramm steht ganz unter den Gesichtspunkten Tradition und Qualität, besteht jedoch nicht aus einer bestimmten Modellpalette, sondern wird meist nach Kundenwünschen speziell angefertigt.

Diese Modellpalette erstreckt sich von einfach getunten Waffen über speziell angefertigte PPC, IPSC, Bianchi, 300m-Matchwaffen bis hin zu Großwildbüchsen, z.B. Kal. .700 Nitro Express, welche für einen Kunden aus Dubai gefertigt wurde.

Durch sorgsame Einzelproduktion werden Paßgenauigkeit¸ engste Toleranzen und perfektes Finish gesichert. Das Unternehmen Klaus Hiendlmayer steht für beste deutsche Büchsenmacherarbeit.

Dem können wir angesichts des durchgeführten Tests nicht widersprechen.

Der Preis der Testwaffe liegt bei DM 3.500.-, zuzüglich des nachträglich montierten Nill Griffes "PPC 1500" mit Auflage.


Fa. Hiendlmayer
Jagd- und Sportwaffen
Landshuter Str. 59
84307 Eggenfelden
Tel. 08721 / 6418




Testgeschosse wurden zur Verfügung gestellt von: E&S, Schießsportzubehör-Vereinsbedarf, Hader 5, 84030 Ergolding, Tel. 08703 / 8322